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Zukunftskongress der Aktion Mensch

Am 2. und 3. Dezember fand in der Arena Berlin der Zukunftskongress der Aktion Mensch statt, der den Blick in die Zukunft richtete und sich mit Fragen nach unserem zukünftigen Leben sowie nach Chancen und Risiken großer Zukunftstrends für das Thema Inklusion beschäftigte.

In sechs Themenpanels wurde mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Praxis Schwerpunktthemen diskutiert, die Inklusion künftig entscheidend beeinflussen:

  • Arbeitsleben und Unternehmensentwicklung
  • Bildungschancen und Lebensweggestaltung
  • Gesellschaftliche Entwicklung und soziale Verantwortung
  • Selbstbestimmtes Leben in sozialen Räumen und Beziehungen
  • Technologieentwicklung und digitale Kommunikation
  • Technische Innovationen in den Lebenswissenschaften

Hörsicht war dabei und dolmetschte u. a. die Keynotes von

  • Prof. Jonathan Kaufmann, einem der innovativsten Denker zum Thema Diversität und Behinderung, Berater des Weißen Hauses und der Vereinten Nationen und Gründer von Disability Works in New York
  • Prof. Dr. Elisabeth Wacker, Inhaberin des Lehrstuhls für Diversitätssoziologie an der TU München und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats zum Bundesteilhabebericht sowie von
  • Anja Förster, Vordenkerin, Querdenkerin und Bestsellerautorin.

Eine besondere Herausforderung für die Schriftdolmetscherinnen von Hörsicht war die Verschriftlichung der Auftritte des Improvisationstheaters „Steife Brise“. http://steife-brise.de

Teilnehmer des Zukunftskongresses von Aktion Mensch

Verena Bentele im Gespräch: „Fachkräfte mit Behinderung“

„Fachkräfte mit Behinderung“ war das Thema einer Podiumsdiskussion, zu der die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, am heutigen Montag  Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Politik, Behörden und Verbänden geladen hatte. Ziel der Veranstaltung war es, über die Chancen zu sprechen, die die Einstellung von Menschen mit Behinderung bieten – aber auch die Hürden, mit denen Unternehmen konfrontiert werden. Zu Gast waren unter anderem Iris Gleicke, Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Raimund Becker, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Personalverantwortliche verschiedener Unternehmen. Die Diskussion fand vor über 100 Gästen, darunter zahlreiche Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, statt.
„Arbeit ist identitätsstiftend und ein wichtiger Bestandteil von gesellschaftlicher Teilhabe. Für Menschen mit Behinderung ist der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt jedoch leider noch lange nicht selbstverständlich“, so die Behindertenbeauftragte. Bisher profitierten sie weniger von den derzeit sinkenden Arbeitslosenzahlen. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es jedoch volkswirtschaftlich unbedingt notwendig, alle Potentiale zu nutzen. Menschen mit Behinderung sind leistungsfähig und motiviert – wir brauchen nur die passenden Bedingungen“, so Bentele weiter.
Staatssekretärin Iris Gleicke hob die Wichtigkeit der Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung hervor: „Inklusion ist eine Herausforderung, aber zugleich auch eine Chance für Unternehmen. Ich weiß, dass viele ausbildende Unternehmen an Menschen mit Behinderung ihre besonders hohe Arbeitsmotivation schätzen. Dem unterschiedlichen Lerntempo und dem individuellen Bedarf kann durch vielfältige Maßnahmen entsprochen werden. Um diese passgenau zu ermitteln, habe ich im Rahmen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung eine Studie zur Befragung der Unternehmen angestoßen. Diese soll dann wiederum die Basis für die Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen bilden“, so die Staatssekretärin.
Die Behindertenbeauftragte führte weiter aus: „Es ist enorm wichtig, bürokratische Hürden bei der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu beseitigen – Behörden müssen näher an den Bedürfnissen der Unternehmen arbeiten.“ Auch um für die Zukunft gewappnet zu sein – den demografischen Wandel und die damit einhergehende Zunahme von körperlichen Beeinträchtigungen – sei rasches Handeln notwendig. „Wenn wir Menschen länger in Arbeit halten wollen, müssen wir uns natürlich auch frühzeitig Gedanken über die Inklusion von Menschen mit Behinderung machen. Das Wichtigste ist jedoch ein Mentalitätswandel in den Unternehmen: Vorbehalte und Barrieren in den Köpfen von Personalverantwortlichen müssen endlich abgebaut werden“, so Bentele abschließend.
Die Podiumsdiskussion fand auch anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung (3. Dezember) statt.

Pressekontakt:
Regine Laroche, Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)30 18 527 – 1797
Mobil: +49 (0)170 79 84 85 2
Internet: www.behindertenbeauftragte.de

Verena Bentele im Gespräch

Quelle:
http://www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/PM23_Arbeitsmarktveranstaltung.html

Inklusionstage des BMAS 2014 im bcc Berlin

Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
Bundesministerin Andrea Nahles spricht bei den Inklusionstagen 2014. © Tom Maelsa
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles eröffnete die Inklusionstage 2014 im bcc Berlin. Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung stand die Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).
Seit über fünf Jahren ist die UN-BRK mittlerweile geltendes Recht in Deutschland. Sie fordert die Verwirklichung des Menschenrechts auf Inklusion in allen Lebensbereichen und ist damit die Leitschnur einer Politik, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen achtet.
Wo und wie gut Inklusion schon gelungen ist, wo es Schwierigkeiten und Hürden gibt und wie Inklusion auch in Zukunft gelebt werden soll, werden die Teilnehmer – allen voran Menschen mit Behinderungen – diskutieren. Im Mittelpunkt steht vor allem eine Bestandsaufnahme des Nationalen Aktionsplans sowie die Frage, wie er in dieser Legislaturperiode zielgerichtet weiterentwickelt werden kann.
Der dritte Veranstaltungstag steht ganz im Zeichen des inklusiven Sports und soll mit guten Beispielen Mut zur Inklusion machen. Mit dabei ist die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und sehr erfolgreiche ehemalige Leistungssportlerin Verena Bentele.
Weitere Informationen dazu finden Sie unter www.gemeinsam-einfach-machen.de.

Quelle:

https://www.bmas.de/DE/Themen/Teilhabe-behinderter-Menschen/Meldungen/inklusionstage-2014.html;jsessionid=C70867C98EBB90B0A22448448DE33210

Das Schriftdolmetscherinnen-Team von Lautschrift und Hörsicht bei den Inklusionstagen 2014 im BMAS.

Das Schriftdolmetscherinnen-Team von Lautschrift und Hörsicht bei den Inklusionstagen 2014 im BMAS.

50 Jahre Aktion Mensch – Bundespräsident würdigt Engagement der Soziallotterie

Unter dem Motto „Schon viel erreicht. Noch viel mehr vor.“ feierte die Aktion Mensch heute im Berliner „Kosmos“ mit ihren Mitgliedern, den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und dem ZDF, sowie vielen Gästen, Freunden und Förderern ihr 50-jähriges Bestehen. Als Festredner gratulierte Bundespräsident Joachim Gauck der Bonner Förderorganisation. Die Aktion Mensch habe entscheidend dazu beigetragen, Denkmuster zu verändern, so Gauck. „Das Wir gewinnt. In diesem Satz schwingt alles mit, was Inklusion kennzeichnet: Eine Gesellschaft, die sich nicht aufteilen will und sich nicht aufteilen lässt in die Einen und die Anderen, sondern gemeinsame Werte, gemeinsame Aufgaben und gemeinsame Ziele in den Mittelpunkt rückt.“ Viel Applaus bekam er auch für seinen Appell „In einer inklusiven Gesellschaft sind wir erst dann angekommen, wenn Menschen mit Behinderung das gleiche Maß an Hoffnungen, das gleiche Maß an Wünschen zugestanden wird, wie jedem anderen Menschen auch.“ Hierfür sei jedoch ein gesellschaftlicher Perspektivwechsel notwendig: „Die Verlagerung unserer Aufmerksamkeit weg von den Defiziten und hin zu den bislang ungenutzten Möglichkeiten.“

Auch Aktion Mensch-Vorstand Armin v. Buttlar betonte, dass es noch viele Barrieren in der Umwelt und in den Köpfen abzubauen gelte. Deshalb werde das Thema Inklusion die Aktivitäten der Aktion Mensch auch in Zukunft noch weiter bestimmen: „Vielfalt bereichert und gibt Impulse für eine Gsellschaft, in der alle willkommen sind und sich auf Augenhöhe begegnen.“

Als „beeindruckende Erfolgsgeschichte“ bezeichnete auch ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut die Entwicklung der heute größten privaten Förderorganisation im sozialen Bereich. „Die Arbeit der Aktion Mensch hat in den letzten 50 Jahren eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle gespielt“, so Bellut. „Man ruht sich eben nicht auf den Leistungen des Staates aus, sondern gewinnt Menschen für Engagement: Sie kaufen freiwillig Lose. Natürlich, um zu gewinnen. Aber eben auch, um zu helfen. Und wenn man sieht, dass den freien, gemeinnützigen Trägern seit Bestehen der Aktion Mensch rund 3,5 Milliarden Euro zugeflossen sind, für Menschen mit Behinderung, aber auch für sozial benachteiligte Menschen, dann ist das wirklich eine stolze Zahl. Vieles vergeht: Unterhaltungstrends, Filmtrends. Aber diese konkrete Hilfe bleibt.“

Andreas Bourani, der die Jubiläumskampagne der Aktion Mensch in diesem Jahr mit seinem Überraschungs-Hit „Auf Uns“ unterstützt und auch bei der Festveranstaltung heute in Berlin live dabei war, sagt: „Mich beeindruckt seit jeher das Engagement, mit dem sich die Aktion Mensch für die gleichen Bedingungen für alle Menschen einsetzt. Unabhängig von Behinderung, Alter, Herkunft. Das ist eine gute Sache. Wir leben ja in einer Gesellschaft, in der es vielen Menschen richtig gut geht. Deshalb finde ich sehr wichtig, dass alle, die in unserer Gesellschaft leben, auch die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben.“

Die Aktion Mensch dankt den 23 Firmenpartnern, die mit ihrer Unterstützung die Festveranstaltung ermöglicht haben.

Quelle: https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/detail.php?id=2421

Zwei Schriftdolmetscherinnen von Hörsicht waren dabei und setzen während der Veranstaltung, alles was gesprochen und gesungen  (den Kampagnesong der Aktion Mensch „Auf uns“ von Andreas Bourani) wurde,  live in schriftlichen Text um.

Bourani auf der Bühne bei der Veranstaltung 50 Jahre Aktion Mensch

Foto: www.aktion-mensch.de

Taubblindenkongress 2014 in Potsdam: Eva Luise Köhler fordert Anerkennung von Taubblindheit als Behinderung eigener Art

Zum Beginn des zweitägigen Kongress „Leben mit Taubblindheit“ sprach sich Eva Luise Köhler in Ihrem Grußwort für die Anerkennung von Taubblindheit als Behinderung eigener Art aus.

Hintergrund des Kongresses ist die besondere Situation taubblinder Menschen. In Deutschland leben schätzungsweise 6.000 betroffene Menschen. Bereits 2004 erkannte das Europäische Parlament Taubblindheit als Behinderung eigener Art an. In Deutschland ist dagegen diese doppelte Sinneseinschränkung mit den besonderen Herausforderungen für die Betroffenen bisher nicht anerkannt.

Gleichberechtigte Teilhabe – wie in der 2009 von Deutschland ratifizierten UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung gefordert – kann für diese Menschen nur durch bessere Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen in Deutschland, insbesondere durch qualifizierte Taubblindenassistenz erreicht werden.
Eva Luise Köhler – der breiten Öffentlichkeit als ehemalige First Lady und in Ihrem Engagements für die Chronischen Seltenen Erkrankungen bekannt – fand in Ihrer Rede klare Worte: „Es ist zutiefst bedauerlich und enttäuschend, dass in Deutschland immer noch wirksame Unterstützungsstrukturen fehlen, Bedarfe teilweise gar nicht bekannt, selten anerkannt sind und der Zugang zu Leistungen so barrierereich ist.“

Als Schirmherrin des Kongresses betonte Frau Köhler, dass Taubblindheit eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft darstellt. Die 2009 beschlossene UN-Behindertenrechtskonvention muss umgesetzt werden. Das Thema Taubblindheit wird im Rahmen des Kongresses aus verschiedenen wissenschaftlichen und praxisbezogenen Perspektiven beleuchtet. Neben nationalen Experten/innen sprechen Wissenschaftler/innen und Pädagogen/innen aus Schweden, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden.

Angemeldet haben sich insgesamt 250 Teilnehmer/innen aus Wissenschaft und Politik, sowie von Beratungsstellen, Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Krankenkassen und der Selbsthilfe. Der gesamte Kongress ist im Sinne der Inklusion barrierefrei gestaltet, so dass Menschen mit und ohne Taubblindheit in Austausch treten können.

Gefördert wird der Kongress von Aktion Mensch, BMAS, Forschung contra Blindheit – Initiative Usher-Syndrom e.V., der Marie-Louise Geissler-Stiftung, Schering-Stiftung  und der Stiftung taubblind leben. Organisatoren sind die Humboldt-Universität zu Berlin, das Oberlinhaus Potsdam, Leben mit Usher-Syndrom e.V. und die Stiftung taubblind leben.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter
www.kongress-taubblindheit.de

Eva-Luise Köhler während ihrer Rede auf dem Taubblindenkongress

 

Quelle: http://www.leben-mit-usher.de/artikel/anerkennung-von-taubblindheit-als-behinderung-eigener-art

 

ubi Fachtagung „zusammen arbeiten – gemeinsam gesund bleiben“ in der Britischen Botschaft

Mit Prävention und Inklusion Unternehmen stärken

ubi_schriftzug

Über 150 interessierte Teilnehmer besuchten die diesjährige Fachtagung der Unternehmensberatung Inklusion

Der demographische Wandel und der Anstieg von psychischen Erkrankungen stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Die „Unternehmensberatung Inklusion“ (ubi) der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Berlin hat bei ihrer zweiten Fachtagung Möglichkeiten aufgezeigt, wie Unternehmen sich darauf vorbereiten können. In der britischen Botschaft erläuterten Experten praxisfähige Möglichkeiten für Prävention und Inklusion.

Schon im Jahr 2015 wird jeder dritte Arbeitnehmer in Berlin über 50 Jahre alt sein. Arbeitgeber müssen sich deshalb auf den Anstieg des Durchschnittsalters ihrer Belegschaft und von alterstypischen  Erkrankungen vorbereiten. Immer mehr  werden von einer Schwerbehinderung betroffen sein. Schon jetzt steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen deutlich.

„Unternehmen stehen verstärkt vor der Frage, wie sie sich für die Gesundheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen können“, so der Leiter der FAW Akademie Berlin, Thorsten Voss. Deshalb berät die „Unternehmensberatung Inklusion“ (ubi) der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Berlin seit Anfang 2013 Unternehmen zu Prävention und beruflicher Wiedereingliederung. Finanziert wird das Projekt vom Integrationsamt Berlin.

Wie stark der Bedarf an Beratung ist, konnte Teamleiter Thomas Michaels in seinem Zwischenbericht des Projektes deutlich machen: Schon 438 Berliner Unternehmen haben das Angebot der Unternehmensberatung wahrgenommen. Gleichzeitig sei die Bekanntheit von ubi schon so hoch, dass zunehmend Unternehmen aktiv den Kontakt suchten, so Michaels. Entsprechend hoch war die Resonanz der rund 150 Gäste der Fachtagung.

Prof. Dr. Carsten Schermuly von der SRH Hochschule Berlin machte in seinem Vortrag „Gute Arbeit und Gesundheit“ deutlich, welche Möglichkeiten Vorgesetzte haben, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern. Dies gelingt, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit als sinnvoll empfinden, Anerkennung erfahren und möglichst selbstbestimmt handeln können. Diese Faktoren bewusst und aktiv zu nutzen, wirkt sich auch positiv auf die Leistungsfähigkeit und Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus.

Die besonders wichtige Rolle der Führungskräfte hob auch Dr. Ute Schneider, Geschäftsführerin der FAW, bei der Podiumsdiskussion hervor, bei der Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen ihre unterschiedlichen Erfahrungen in der Einführung und der Implementierung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung, des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und in der Integration von Menschen mit Behinderung austauschten. „Betriebliches Gesundheitsmanagement ist Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitern“, hob Nihal Kodaman von DB Services, die mit der FAW zusammenarbeitet,  den Stellenwert des gesundheitlichen Engagements hervor. Wie auch Annette Bramkamp vom Hotel Estrel, unterstrich sie, dass Maßnahmen nur dann zum Erfolg führen, wenn sie auf die Anforderungen und die konkrete Situation der Beschäftigten abgestimmt sind.

Dass es gerade für kleine und mittelständische Unternehmen noch großen Informationsbedarf gibt, unterstrich Thomas Förster von der Polyprint GmbH. Dies gelte besonders für die noch ausbaufähige Kenntnis über Fördermöglichkeiten, so der Beauftragte der Landesregierung Brandenburg für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, am Rande der Veranstaltung. Unter anderem deshalb seien die Aktivitäten der Unternehmensberatung Inklusion so wichtig.
Neben dem Thema  Prävention beleuchtete die Fachtagung auch praktische Möglichkeiten z.B. der Arbeitsplatzgestaltung. Susanne Böhmig, Leiterin der Stiftung „barrierefrei kommunizieren!“, stellte Hilfsmittel vor, die die Inklusion von Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz ermöglichen.

Quelle: http://www.faw-ubi.de/nachricht/mit-praevention-und-inklusion-unternehmen-staerken.html

Susanne-Boehmig-im-Parcours

Foto: Amin Akhtar

Hörsicht war mit zwei Schriftdolmtescherinnen dabei und schriftdolmetschte auch während des Parcours zu unterstützenden Technologien.

Hörsicht auf der Europäischen Schriftdolmetscherkonferenz (ECOS) 2014

Vom 22.-24. August 2014 kamen ECOS-Logoin der finnischen Hauptstadt Helsinki knapp 100 Schriftdolmetscher/innen aus 9 Ländern auf der Europäischen Schriftdolmetscherkonferenz (ECOS) zusammen.

Sicht auf Beamerleinwand mit dem Schriftzug "Thank you" während derSchriftdolmetscherkonferenz (ECOS) 2014

Hörsicht war durch Jana Mayer-Kristić vertreten, die sich während des abwechslungsreichen Konferenzprogramms über aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Schriftdolmetschen und technische Neuerungen zur Erleichterung unserer Arbeit und zur Erhöhung der Kundenfreundlichkeit informieren konnte. Sehr interessant war auch der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland zu den jeweils verwendeten Schriftdolmetsch-Systemen und den Rahmenbedingungen der Schriftdolmetschertätigkeit.

Vortragssituation währen der Schriftdolmetscherkonferenz ECOS

Die nächste Europäische Schriftdolmetscherkonferenz findet übrigens 2016 in Berlin statt. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

Verändert die Neurobildgebung unser Menschenbild?

Diese Frage stellte der Deutsche Ethikrat am vergangenen Mittwoch in den Mittelpunkt seiner Herbsttagung in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste und diskutierte sie mit über 250 Teilnehmern. Was kann man mithilfe der Neurobildgebung über die Persönlichkeit eines Menschen, sein Erleben und sein Verhalten erfahren? Kann Neurobildgebung bei der Diagnose von psychischen Erkrankungen und bei der Beurteilung von Straftätern helfen? Welche medizinethischen Herausforderungen ergeben sich durch unerwartete Befunde oder die Vorhersage nicht behandelbarer Krankheiten?
„Was uns als Deutschen Ethikrat dabei besonders interessiert“, so Christiane Woopen, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates zur Eröffnung der Tagung, „ist die Frage, was die neuen Bilder vom Gehirn mit unserem Selbstverständnis zu tun haben. Kommt es zu einer Zerebralisierung unseres Menschenbildes und was hätte dies für Folgen?“
Die modernen bildgebenden Verfahren gelten als Fenster zum Gehirn. Zu verstehen, wie 86 Milliarden Nervenzellen mit ihren Verschaltungen zusammenwirken, gilt als große Herausforderung für die Grundlagenforschung, in die in Europa und in den USA Milliarden investiert werden. Nicht zuletzt wird ein Nutzen für das Verständnis und die Behandlung von Erkrankungen erwartet. Um jedoch die Hirnorganisation mit einem konkreten Verhalten oder einer Erkrankung in Verbindung zu bringen, muss auch die kulturelle, gesellschaftliche und ethische Dimension berücksichtigt werden.

Podium Deutscher Ethikrat

In den zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden wurde deutlich, dass die Neurobildgebung wertvolle Ergebnisse zu jenen Vorgängen im menschlichen Gehirn liefert, die mit emotionalen und kognitiven Funktionen einhergehen. Wichtig dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Psychologie, Neurobiologie, Mathematik, Psychiatrie, Neurobiologie, Philosophie und anderen Disziplinen.
In der Psychiatrie werden bildgebende Verfahren bereits eingesetzt, um Tumoren, Blutungen, Entzündungen und vaskuläre Schäden auszuschließen sowie neurodegenerative Erkrankungen zu erkennen. In absehbarer Zeit werden sie voraussichtlich auch einen wichtigen Stellenwert in der Diagnostik, Therapieplanung und Prognostik psychischer Erkrankungen einnehmen. Für derartige Verfahren muss jedoch ein ethischer Rahmen geschaffen werden, um insbesondere mit prädiktiven Aussagen verantwortungsvoll umgehen zu können. Das betrifft in ähnlicher Weise den Umgang mit sogenannten Zufallsfunden („incidental findings“) im Rahmen von Studien an gesunden Probanden.
Dass die Neurobildgebung zum Zwecke der Verteidigung in strafrechtliche Verfahren Eingang finden wird – etwa zur Lügendetektion, zur Feststellung der Schuldfähigkeit oder mit Blick auf eine Sicherungsverwahrung für eine Gefährlichkeitsprognose von Straftätern – ist absehbar. Sie sollte die klassisch-psychiatrischen Gutachten jedoch keinesfalls ersetzen, sondern vielmehr ergänzen.
Zur Frage nach der Bedeutung des Gehirns für unser Menschenbild herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass die bildgebenden Verfahren zu Erkenntnissen und Eingriffsmöglichkeiten führen können, die die Wissenschaften und die Gesellschaft dringend überdenken müssen. Auch ethische Kriterien für einen angemessenen Einsatz zum Beispiel in der Psychiatrie und vor Gericht müssen entwickelt werden.

Text: Ulrike Florian, Deutscher Ethikrat, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PRESSEMITTEILUNG, Berlin, den 29. November 2013

Inklusionspreis 2013 – Unternehmen fördern Inklusion

Am 15. Oktober 2013 wurde in Berlin im Haus der Wirtschaft der „Inklusionspreis 2013 – Unternehmen fördern Inklusion“ verliehen. Er wurde vom Unternehmens Forum gemeinsam mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vergeben. Schirmherr ist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Herr Hubert Hüppe.

teaser-inklusionspreis2013

 

Zwei Schriftdolmetscherinnen haben im Auftrag von Hörsicht die Veranstaltung, die von Nina Ruge moderiert wurde, begleitet. In der Eröffnungsrede sagte Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des UnternehmensForums: „Die fünf Preisträger zeigen, dass Unternehmen jeder Größenordnung innovative und vorbildliche Ideen haben, um Inklusion am Arbeitsplatz zu verwirklichen.“ Die fünf Preisträger waren Volkswagen in der Kategorie „Großes Unternehmen“, in der Kategorie „Mittelgroßes Unternehmen“ der Münchner Flughafen, die Berliner Stadtreinigungsbetriebe in der Kategorie „Öffentliches Unternehmen“, der Biomarkt Geist aus dem baden-württembergischen Öhringen in der Kategorie „Kleinbetrieb“. Die RO/SE Blechverarbeitung aus dem bayerischen Bad Birnbach wurde für „Besonderes Engagement“ der Inklusionspreis verliehen. Wir gratulieren allen Preisträgern, ganz besonders aber unserem Kunden Volkswagen!

isitext – Leichte Sprache – leicht verstehen

Dem Thema Inklusion verbunden, erweitert das Hörsicht-Team sein Angebot um eine Agentur für Leichte Sprache mit dem Namen isitext.

Logo von isitext Viele Menschen in unserer Gesellschaft können „normale“ Sprache schwer verstehen: Menschen mit Beeinträchtigungen, zum Beispiel mit einer Sinnesbeeinträchtigung, mit einer kognitiven Beeinträchtigung oder einer Lernbehinderung, gehörlose Menschen oder Menschen, die Deutsch als Fremdsprache sprechen. Komplizierte Formulare von Behörden, schwierige Texte, unübersichtliche Websites, komplexe Broschüren ect. sind für diese Menschen schwer zugänglich. Informationen gehen verloren, die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird durch diesen Informationsverlust eingeschränkt. isitext übersetzt Texte in leichte Sprache, schreibt Texte in leichter Sprache, erarbeitet und gestaltet Materialien in leichter Sprache, zum Beispiel Flyer, Publikationen, Websites usw. für Menschen, die normale Sprache schwer verstehen, für Unternehmen, Institutionen, Interessenverbände, Selbsthilfeorganisationen, Behörden, Ämter, Parteien, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen ect.  Die Texte werden von Menschen mit Lernbehinderung geprüft.

Nähere Informationen finden Sie hier: isitext.de

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