Fachgespräch zur Lebenssituation taubblinder Menschen im BMAS am 29. März 2012

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 29. März 2012 Verbände und Betroffene zu einem Fachgespräch zur Lebenssituation taubblinder Menschen in das Berliner Kleisthaus eingeladen. Gitta Lampersbach, Leiterin der Abteilung „Belange behinderter Menschen“ im Bundesministerium für Arbeit und Soziales führte durch das Programm. Nach den Begrüßungsreden gaben Michael Graefen vom Verein „Leben mit Usher-Syndrom e. V. und Dieter Zelle von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Taubblinden e. V. eine thematische Einführung. Herr Zelle sprach für Betroffene, die von Geburt an gehörlos sind, und Herr Graefen über Betroffene, die hochgradig bis an Taubheit grenzend schwerhörig sind. Er selbst ist Usher-Betroffener und so konnte er die besonderen Belastungen im Leben mit Usher-Syndrom ergreifend darstellen. Wer bisher nur von einer Schwerhörigkeit ausgegangen war, muss mit der Diagnose Usher-Syndrom die fast sichere Aussicht akzeptieren, langsam zu erblinden. Mit dem Fortschreiten der Krankheit kann zum Beispiel die nonverbale Kommunikation nicht wie früher wahrgenommen werden. Das Ablesen der Lippen, aber auch das Mitlesen vom geprochenen Wort auf einem Bildschirm wird zunehmend schwieriger. Die Vorträge, die Hörsicht schriftdolmetschte, wurden deshalb in einer Schriftgröße von über 50 Pkt. auf eine Leinwand projeziert.

Nach einem Podiumsgespräch, dass von Dr. Leander Palleit vom Deutschen Institut für Menschenrechte moderiert wurde, übergaben Dieter Zelle, Michael Graefen und Irmgard Reichstein von der Stiftung taubblind leben eine Unterschriftenliste mit der Forderung nach der Einführung des Merkzeichens TBL zur Verbesserung der Lebensstituation taubblinder Menschen an Frau Lampersbach.

Die Schlussworte sprach Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.