Kollegenseminar für berufstätige Schwerhörige und ihre hörenden Kollegen

Vom 20. – 22. April 2012 fand in Bad Zwischenahn wieder ein Kollegenseminar für berufstätige Schwerhörige und ihre hörenden KollegInnen statt. Veranstalter war das Integrationsamt in Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst für Hörgeschädigte in Braunschweig, die Seminarleiterinnen waren Ulrike Köhnlein und aus Göttingen Martina Cicek. Die Seminarteilnehmer kamen von der Volkswagen AG, von MAN, von ZOLLERN BHW, von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und von der Polizeiinspektion Cuxhaven. Während sich die schwerhörigen KollegInnen über die Ursachen und die individuellen Erfahrungen der eigenen Schwerhörigkeit austauschten, wurden die Hörenden künstlich vertaubt. Diese Selbsterfahrung fanden die Hörenden sehr bedeutsam und erkannten, welche Kraft und Konzentration es kostet, aufmerksam zuzuhören, das Gesagte zu verstehen und den Sinn zu erfassen, wenn das Gehör eingeschränkt ist. Im weiteren Programmablauf wurde im Einzelnen über Ursachen und Auswirkungen von Hörschädigungen, die Funktionen des Gehörs, über aktuelle Hörgerätetechniken und Hörgerätefinanzierung gesprochen. Zudem beschrieb Martina Cicek die Arbeit des Integrationsamts und Ulrike Köhnlein sprach über die Aufgaben des Integrationsfachdienstes für Hörgeschädigte. Babette Kemnitz-Hille von Hörsicht stellte in einem Vortrag das Schriftdolmetschen vor.

Die Seminarteilnehmer haben die Erkenntnis mitgenommen, dass Schwerhörigkeit nicht gleich Schwerhörigkeit ist. Gut sprechen bedeutet nicht, auch gut hören zu können.

Nicht jeder schwerhöriger Mensch kann von den Lippen ablesen oder gebärden, hören ist nicht gleichbedeutend mit verstehen und jeder „hört“ auf seine eigene Art.

Einfache Verhaltensregeln, die von den hörenden Kollegen beachtet werden, können den schwerhörigen KollegInnen die Kommunikation erleichtern und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

 

Seminarraum mit Teilnehmer und Referentin
Kollegenseminar