Kollegenseminar für berufstätige Schwerhörige und ihre hörenden Kollegen

Vom 5. bis 7. April 2013 fand zum vierten Mal in Bad Zwischenahn ein sogenanntes Kollegenseminar für berufstätige Schwerhörige und ihre hörenden KollegInnen aus verschiedenen Unternehmen in Niedersachsen statt. Die Seminarleiterinnen waren Ulrike Köhnlein von „auris“, dem Integrationsfachdienst für Hörgeschädigte in Braunschweig und Martina Cicek vom Integrationsfachdienst für hörgeschädigte, schwerbehinderte Menschen in Göttingen. Während sich die schwerhörigen KollegInnen über die individuellen Erfahrungen der eigenen Schwerhörigkeit austauschten, wurden die Hörenden künstlich vertäubt. Durch diese Selbsterfahrung erkannten sie, welche Kraft und Konzentration es kostet, das Gesagte zu verstehen. Im weiteren Programmablauf wurde über Ursachen und AuswirkungenModerationskarten - Kollegenseminar von Hörschädigungen, die Funktionen des Gehörs, über aktuelle Hörgerätetechniken und Hörgerätefinanzierung gesprochen. Martina Cicek beschrieb die Arbeit des Integrationsamts, Ulrike Köhnlein sprach über die Aufgaben des Integrationsfachdienstes für Hörgeschädigte. Babette Kemnitz-Hille von Hörsicht stellte zudem in einem Vortrag das Schriftdolmetschen vor.

Die Seminarteilnehmer haben die Erkenntnis mitgenommen, dass Schwerhörigkeit nicht gleich Schwerhörigkeit ist. Gut sprechen bedeutet nicht, auch gut hören zu können. Nicht jeder schwerhöriger Mensch kann von den Lippen ablesen oder gebärden, hören ist nicht gleichbedeutend mit verstehen und jeder „hört“ auf seine eigene Art. Einfache Verhaltensregeln, die von beiden Seiten beachtet werden, können den KollegInnen die Kommunikation erleichtern und helfen, Missverständnisse zu vermeiden.